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Rückblick auf vier Jahre Großkrebsmonitoring


Ergebnisse Großkrebsmonitoring Bodensee (zum Vergrößern anklicken)

Seit Herbst 2014 führen wir am Bodensee ein Großkrebsmonitoring mit Kunstsubstraten durch. Anlass waren immer wieder auftretende Einzelfunde von neuen exotischen Krebsarten wie dem Signalkrebs und die Frage nach deren weiteren Ausbreitung. Aus diesem Grund wurden pro Untersuchungsstelle jeweils im Herbst sechs Kacheln als Kunstsubstrate ausgebracht, die als Winterunterstände dienen sollten. Nach Abkühlung des Bodensees im Winter wurden die Substrate wieder eingesammelt und die darunter befindlichen Krebse bestimmt und gezählt.
In den letzten vier Jahren konnten mit dieser Methode ausschließlich Exemplare des hier bereits seit den 1980er Jahren etablierten Kamberkrebses Orconectes limosus nachgewiesen werden.
Für diese Art lassen sich mittlerweile gute Aussagen hinsichtlich ihrer Verbreitung am Bodensee treffen. Bis auf einzelne Bereiche des Ostteils des Bodensees kommt sie überall regelmäßig vor. Die Dichten sind in Überlinger- und Untersee meist deutlich höher als am Obersee. Die Ursache hierfür können Wellenschlag, Substratbeschaffenheit und Wasserpflanzenvorkommen sein.
Interessant ist der zeitliche Verlauf der Dichten im Seerhein. 2014 wurde hier mit 13 Kamberkrebsen unter einer einzelnen Kachel die höchste Dichte des gesamten Monitorings festgestellt. Seit 2016 haben wir gar keine Großkrebse mehr gefunden, im Winter 2017 stattdessen ca. 50 Bachschmerlen unter einer einzelnen Kachel. Hier wurden die Kamberkrebse scheinbar von Bachschmerlen aus ihren Winterunterständen verdrängt.

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© ANEBO, gefördert im Rahmen von Interreg III, Stand: 24.05.2018, Impressum