Herbst-Monitoring: Die Neuen fühlen sich wohl
Vom 24. bis 27.September wurde die vorerst letzte Monitoringkampagne des ANEBO-Projekts durchgeführt. Wieder wurden zusätzliche Uferbereiche beprobt, um festzustellen, ob und wie weit sich die „neuen“ Neozoen im Bodensee weiter ausbreiten konnten.
Neues von Dikerogammarus
Dikerogammarus villosus zeigte im Herbst 2007 eine vergleichbare Ausbreitung wie im Herbst 2006: Die Uferbereiche des gesamten Obersees und des größten Teil des Untersees sind – je nach Untergrund – unterschiedlich dicht besiedelt. Der Große Höckerflohkrebs scheint auch weiterhin im Gnadensee zu fehlen. Wahrscheinlich liegt dies an den für ihn ungünstigen Substratbedingungen.
An einigen Probestellen, an denen im Vorjahr nur noch Dikerogammarus nachgewiesen wurde, findet sich wieder ein größerer Anteil anderer Flohkrebsarten – vor allem Gammarus roeselii.
Corbicula fehlt noch im flachen Wasser
In ufernahen Bereichen bleibt die Körbchenmuschel Corbicula fluminea vorerst selten. In tieferen Bereichen scheinen sich die Bestände der Art gut zu halten. Hinweise darauf, ob sich Corbicula im See inzwischen weiter ausbreiten konnte, wird die Suche nach Muschelschalen an trockengefallenen Uferbereichen beim winterlichen Niederwasser liefern.
Limnomysis ist wieder aufgetaucht
Nachdem die kleine, fast durchsichtige Schwebgarnele Limnomysis benedeni im August 2006 erstmals im Bodensee entdeckt wurde, fand man sie bis Ende 2006 an zahlreichen weiteren Stellen der Bregenzer Bucht zum Teil in Massen. Im Sommer 2007 dagegen konnte trotz intensiver Suche nur noch ein einziger Fundort in Steinach (CH) ausgemacht werden. In den Untersuchungen Ende September 2007 war Limnomysis benedeni dann in nahezu allen Häfen zwischen Kreuzlingen und Fischbach zu finden. Die Garnele besiedelt strömungsberuhigte Bereiche mit algenbewachsenen Grobsubstraten in verschiedenen Wassertiefen. Möglicherweise ist sie entlang der uferparallelen Characeenstreifen in grösserer Tiefe noch weiter verbreitet.